VWT-Hauptgeschäftsführer Dr. Matthias Kreft zum Thüringer Mittelstandsbericht: „Es kommt darauf an klare Prioritäten zu setzen und deren Umsetzung verbindlich voranzutreiben“
„Der Mittelstandsbericht bestätigt die Stärken Thüringens: eine breite industrielle Basis, innovationsfähige, exportstarke KMU auch im High-Tech-Bereich mit enger, praxisorientierter Verzahnung zur Wissenschaft und beeindruckendem Erfindergeist. Diese Potenziale gilt es entschlossen auszubauen. Die Handlungsempfehlungen gehen in die richtige Richtung, insbesondere die Fokussierung auf Fachkräftesicherung, Investitionsanreize und -förderung. Entscheidend wird jedoch die konsequente und zügige Umsetzung sein. Gerade bei der Verfügbarkeit von Arbeitskräften braucht es pragmatische Lösungen – von einer stärkeren Erwerbsbeteiligung bis hin zu aktiver Fachkräftezuwanderung sowie dem Erhalt der Vereinbarkeit von Familie und Beruf“, sagte VWT-Hauptgeschäftsführer Dr. Matthias Kreft.
Positiv zu bewerten sei auch der Ansatz, so Kreft weiter, die Transformation als Chance zu begreifen. Dafür müssen Unternehmen verlässliche Rahmenbedingungen erhalten: wettbewerbsfähige Energiepreise, weniger Bürokratie und verlässliche Rahmenbedingungen sowie schnellere Genehmigungsverfahren sind unerlässlich, um Investitionen tatsächlich am Standort zu generieren und auszubauen.
„Kritisch zu vermerken ist, dass viele Herausforderungen seit Jahren bekannt sind. Die geringe Gründungsdynamik im ländlichen Raum und infrastrukturelle Defizite erfordern gezielte, regional differenzierte Maßnahmen – hier sollten Förderinstrumente noch stärker gebündelt und wirkungsorientiert eingesetzt werden – je nach Anforderungen in möglichst allen Regionen des Freistaates“, betonte Kreft.
„Insgesamt liefert der Bericht eine strategische Basis, auf der jetzt aufgebaut werden sollte. Um eine stabile und zukunftsorientierte wirtschaftliche Entwicklung Thüringens zu sichern, kommt es jetzt darauf an, Prioritäten klar zu setzen und deren Umsetzung verbindlich voranzutreiben. Nur so gelingt es, Produktivität, Wachstum und Beschäftigung nachhaltig zu sichern. Die Landesregierung sollte also gezielt Maßnahmen zur Stärkung der Wachstumskräfte priorisieren, um die finanzielle Eigenständigkeit Thüringens nachhaltig als attraktiven Standort zu sichern“, so Kreft abschließend.
Mittelstandsbericht Thüringen 2025: https://wirtschaft.thueringen.de/fileadmin/wirtschaft/Endbericht_MiBe_Thueringen_2025_final.pdf
Dr. Ute Zacharias
Verbandssprecherin
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