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Verbandsmitteilungen

M+E-Blitzumfrage

M+E-Industrie steckt weiter tief in der Krise – Auftragsabwicklung läuft verstärkt im Ausland

 

Gesamtmetall-Umfrage: Aufträge rückläufig, Beschäftigung unter Druck – VMET fordert schnelle Reformen und wettbewerbsfähige Standortbedingungen

Die Krise der Metall- und Elektroindustrie (M+E-Industrie) hält unvermindert an. Sinkende Auftragseingänge, zunehmende Produktionsverlagerungen ins Ausland und weiterer Stellenabbau prägen die Lage. Das zeigt eine aktuelle Blitzumfrage von Gesamtmetall, in die auch Unternehmen aus Thüringen eingeflossen sind. Bei 42 Prozent der befragten Unternehmen liegen die Neuaufträge unter dem Vorjahresniveau, nur 23 Prozent verzeichnen einen Anstieg. Gleichzeitig produzieren bereits zwei Drittel der Unternehmen ihre Aufträge ganz oder teilweise im Ausland – mit steigender Tendenz.

„Die Krise der M+E-Industrie hält weiter an. Während die Aufträge bei vielen Unternehmen zurückgehen, wird immer mehr Produktion ins Ausland verlagert. Dort finden die Betriebe häufig wettbewerbsfähigere Bedingungen vor“, warnt VMET-Hauptgeschäftsführer Dr. Matthias Kreft. „Wer sich von einzelnen positiven Meldungen blenden lässt und notwendige Reformen aufschiebt, verkennt den Ernst der Lage und gefährdet weitere Arbeitsplätze und Standorte.“

Fast jedes zweite Unternehmen plant Stellenabbau

Auch die Geschäftserwartungen bleiben düster: 39 Prozent der Unternehmen bewerten ihre aktuelle Lage als schlecht, weitere 40 Prozent lediglich befriedigend. Nur 15 Prozent rechnen in den kommenden sechs Monaten mit einer Verbesserung. 85 Prozent erwarten dagegen Stillstand oder eine weitere Verschlechterung. Die Folgen für den Arbeitsmarkt sind gravierend: 42 Prozent der Betriebe planen in den kommenden Monaten einen weiteren Personalabbau. Lediglich zwölf Prozent wollen zusätzliche Beschäftigte einstellen.

„Bundesweit schrumpfen mehr als 10.000 M+E-Betriebe, über 1.000 droht die Schließung. Das ist ein alarmierendes Signal für den Industriestandort Deutschland“, betont Kreft. „Hohe Steuern, ausufernde Bürokratie sowie steigende Energie- und Arbeitskosten setzen die Unternehmen massiv unter Druck. Wir brauchen jetzt eine wirtschaftspolitische Trendumkehr statt weiterer Ankündigungen.“

„Die Bundesregierung muss endlich für spürbare Entlastungen sorgen“, so Kreft weiter. „Gleichzeitig müssen wir die Arbeitskosten begrenzen. Auch die Tarifparteien stehen in der Verantwortung, mit klugen Entscheidungen Arbeitsplätze, Wertschöpfung und industrielle Standorte zu sichern.“

 

An der Gesamtmetall-Blitzumfrage vom 7. bis 16. Oktober 2026 beteiligten sich 1.461 Unternehmen mit rund 800.000 Beschäftigten. Das entspricht etwa einem Viertel aller Beschäftigten der deutschen M+E-Industrie. Die Ergebnisse umfassen auch Unternehmen aus Thüringen.

 

Die Ergebnisse der Umfrage finden Sie hier:

https://vmet.de/wp-content/uploads/2026/10/ME-Blitzumfrage_2026_Ergebnisse.pdf

 

Kreft fordert auch die Tarifparteien zum Handeln auf:

 

 

Dr. Ute Zacharias
Verbandssprecherin
T 0361 6759-153
M 0173 8899743

 

Beitragsbild: AdobeStock/anis rohayati

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