Pünktlich zum Ausbildungsbeginn legen die Thüringer Arbeitgeber- und Wirtschaftsverbände eine aktuelle Umfrage zur Berufsausbildung im Freistaat vor. Auch in wirtschaftlich anspruchsvollen Zeiten halten die Unternehmen an der Ausbildung fest. Eine Befragung von 63 Unternehmen mit 1.400 Auszubildenden und 100 dual Studierenden zeigt: Die duale Berufsausbildung bleibt das wichtigste Instrument zur Fachkräftesicherung. Gleichzeitig entwickeln die Betriebe ihre Ausbildung konsequent weiter und richten sie an den Anforderungen einer modernen Arbeitswelt aus.
„Die Unternehmen investieren trotz herausfordernder Rahmenbedingungen weiter mit großem Engagement in die Ausbildung junger Menschen. Wer morgen Fachkräfte braucht, muss heute ausbilden. Ausbildung ist und bleibt keine Option, sondern eine unternehmerische Notwendigkeit“, erklärt Dr. Matthias Kreft, Hauptgeschäftsführer des Verbandes der Wirtschaft Thüringens (VWT).
Die Umfrage zeigt, dass Unternehmen ihre Ausbildung zunehmend individueller gestalten. Ausbilderinnen und Ausbilder begleiten junge Menschen stärker entsprechend ihren persönlichen Voraussetzungen und Entwicklungsstände. Mentorenprogramme, feste Ansprechpartner und eine engere Betreuung gehören vielerorts zum Ausbildungsalltag. Gleichzeitig gewinnt die Förderung von Resilienz, psychischer Gesundheit sowie sozialer und kommunikativer Kompetenzen an Bedeutung. Auch die Digitalisierung prägt die Ausbildung immer stärker. Digitale Lernplattformen, moderne Technologien und Anwendungen Künstlicher Intelligenz werden zunehmend in die betriebliche Ausbildung integriert, um Auszubildende auf die Anforderungen der Arbeitswelt von morgen vorzubereiten.
Der Fachkräftemangel hat sich nach Einschätzung der Unternehmen zwar etwas abgeschwächt, bleibt aber eine zentrale Herausforderung. Entsprechend investieren die Betriebe weiterhin intensiv in die Gewinnung von Nachwuchs – etwa durch Schulkooperationen, Praktika, neue Recruiting-Formate und digitale Kommunikationswege. Auch die regionalen Netzwerke von SCHULEWIRTSCHAFT leisten hier einen wertvollen Beitrag. Mit Blick auf die Rahmenbedingungen richten Unternehmen einen deutlichen Appell an die Bildungspolitik. Der Lehrkräftemangel an Berufsschulen wird von vielen Betrieben als ernstes Problem bewertet. Chancen, die digitaler Unterricht bieten könnte, werden nicht genutzt.
„Unsere Unternehmen leisten ihren Beitrag zur Fachkräftesicherung mit großem Engagement. Jetzt braucht es ebenso starke Berufsschulen. Der Lehrkräftemangel darf nicht zum Flaschenhals der dualen Ausbildung werden“, sagt Dr. Matthias Kreft.
Die wichtigsten Ergebnisse der Umfrage auf einen Blick:
Zur Umfrage:
An der Befragung beteiligten sich 63 Mitgliedsunternehmen der Thüringer Arbeitgeber- und Wirtschaftsverbände. Sie beschäftigen zusammen rund 1.400 Auszubildende und 100 dual Studierende. Die Ergebnisse bilden ein aktuelles Stimmungsbild der Mitgliedsunternehmen ab.
Die Umfrageergebnisse finden Sie hier: https://vwt.de/wp-content/uploads/2026/08/AU-26-Ergebnisse-2026.pdf
Dr. Ute Zacharias
Verbandssprecherin
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