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Standort- und Investitionsbedingungen weiter besorgniserregend

Standort- und Investitionsbedingungen der M+E-Industrie weiter besorgniserregend

VMET-Hauptgeschäftsführer Dr. Matthias Kreft: „Die Lage der M+E-Industrie ist fatal: Hohe Energiekosten bremsen Investitionen in Thüringen stärker aus als im Bundesdurchschnitt.“

Die Metall- und Elektro-Industrie zählt zu den wichtigsten Branchen Deutschlands und Thüringens. Sie steht weiterhin unter erheblichem Druck. Eine aktuelle Umfrage des Arbeitgeberverbands Gesamtmetall und des Instituts der Wirtschaft Thüringens (IWT) zu den Standort- und Investitionsbedingungen zeigt die Ursachen der Investitionsschwäche auf und macht zugleich Thüringer Besonderheiten deutlich.
Sowohl bundesweit als auch in Thüringen zählen hohe Energie- und Arbeitskosten zu den größten Investitionshemmnissen. Arbeitskosten werden in Thüringen jedoch seltener als im Bundesdurchschnitt genannt. Auch Bürokratie spielt mit 27 Prozent gegenüber 57 Prozent bundesweit eine geringere Rolle. Dagegen belasten hohe Energiekosten Thüringer Unternehmen stärker (64 Prozent) als den Bundesdurchschnitt (58 Prozent).

38 Prozent der Thüringer Unternehmen wollen ihre Investitionen reduzieren, bundesweit sind es 44 Prozent. Gleichzeitig plant in Thüringen jedes zweite Unternehmen, die Produktion zu drosseln – bundesweit nur jedes vierte. Die Umfrage bestätigt zudem, dass Thüringer M+E-Unternehmen stärker am Standort festhalten und deutlich seltener im Ausland investieren oder dort Beschäftigung aufbauen. Während deutschlandweit 32 Prozent der Unternehmen Arbeitsplätze im Ausland schaffen, sind es in Thüringen lediglich 14 Prozent. Höhere Investitionen planen bundesweit 31 Prozent der Unternehmen, in Thüringen nur 19 Prozent. Auch die Beschäftigung wird im Freistaat stabiler gehalten: Einen starken Personalabbau erwarten zehn Prozent der Thüringer Unternehmen gegenüber 14 Prozent bundesweit.

„Kurzfristig ist das eine gute Nachricht, löst aber die Strukturkrise nicht. Dass knapp 60 Prozent der Thüringer Unternehmen keine Verbesserung ihrer Lage erwarten, ist für den Standort alarmierend. Anhaltende Planungsunsicherheit beschädigt das Vertrauen in den Wirtschaftsstandort und schränkt Investitionen ein. Jetzt braucht es wirksame Maßnahmen, um weitere Einschnitte zu verhindern. Ein wichtiger Schritt wäre die Übernahme der Netzentgelte durch den Bund, um die Energiekosten spürbar zu senken. Dafür müssen sich auch die Thüringer Bundestagsabgeordneten stärker einsetzen“, fordert Kreft.

Die Umfrage zeigt zudem, dass Thüringer M+E-Unternehmen im Vergleich zum Bundesdurchschnitt weniger internationalisiert sind. „Das macht sie einerseits weniger anfällig für geopolitische Verwerfungen. Andererseits können sie Standortnachteile seltener durch Vorteile an ausländischen Standorten ausgleichen. Hier besteht Handlungsbedarf“, so Kreft.

An der Befragung beteiligten sich 32 von 96 angeschriebenen Thüringer M+E-Unternehmen aus VMET und AGVT (Rücklaufquote: 33 Prozent). Bundesweit nahmen 1.061 Unternehmen teil, die rund 650.000 Beschäftigte und damit etwa jeden fünften M+E-Beschäftigten in Deutschland repräsentieren.

 

Die vollständige Umfrage finden Sie unter folgendem Link:

https://vmet.de/wp-content/uploads/2026/07/ME-Blitzumfrage-Investitionen-Standortbedingungen-DTH.pdf

 

Dr. Ute Zacharias
Verbandssprecherin
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M 0173 8899743

AGVT

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